Projektbeginn: 01.01.2008
Förderdauer: 3 Jahre
Projektdurchführung: Abteilung Qualitätsmanagement und Sozialmedizin (AQMS, Prof. Dr. W. H. Jäckel) am Universitätsklinikum Freiburg, Institut für Rehabilitationsforschung (IfR) an der Klinik Münsterland, Bad Rothenfelde (Prof. Dr. B. Greitemann) und Rehabilitations-Forschungsnetzwerk refonet der DRV Rheinland, Bad Neuenahr (Dr. H. Pollmann).
Kooperationspartner: Sieben stationäre Rehabilitationskliniken
- Klinik Rosenberg, Bad Driburg (Dr. H. Fischer)
- Marbachtalklinik, Bad Kissingen (Dr. U. Armbrech)
- Klinik Münsterland, Bad Rothenfelde (Prof. Dr. B. Greitemann)
- RehaKlinikum Bad Säckingen, Bad Säckingen (Prof. Dr. W. H. Jäckel)
- Klinik Königsfeld, Ennepetal (Prof. Dr. M. Karoff)
- Klinik Möhnesee, Möhnesee (Dr. R. Schubmann)
- Klinik Passau Kohlbruck (Dr. D. Teßmann)
Hintergrund
Die Vereinbarung von Rehabilitationszielen stellt einen zentralen Bestandteil im Rehabilitationsprozess dar. Aus Bereichen wie z.B. der Motivations- und Volitionsforschung liegen theoretische Grundlagenmodelle sowie empirische Befunde dazu vor, wie diese Zielsetzungen gestaltet sein sollten, damit es zu einer angestrebten Verhaltensumsetzung kommt. Im Rehabilitationskontext ist die Frage zur Effektivität von Zielvereinbarungen hingegen wenig untersucht. Verschiedene Studien auch aus dem deutschen Sprachraum weisen jedoch darauf hin, dass bezüglich Zielvereinbarungen - z.B. bzgl. des Einbezugs der RehabilitandInnen - Verbesserungspotenzial be¬steht.
Projektziel
Ziel des Projekts ist es da¬her, zunächst die gegenwärtige Praxis der Zielvereinbarungen in der stationären medizinischen Rehabilitation am Beispiel der Diagnosegruppen „Chronischer Rückenschmerz", „Koronare Herzkrankheit" und „Diabetes mellitus" zu beschreiben. Darauf basierend wird eine manualgestützte Intervention zur Verbesserung der Qualität der Zielvereinbarung entwickelt, welche die Evidenz bezüglich der Wirksamkeit von Zielabsprachen insbesondere aus der Motivationsforschung berücksichtigt und einen Schwerpunkt auf die Patientenpartizipation legt.
Methoden
Die Intervention wird in einer prospektiven Studie mit drei Messzeitpunkten an 600 RehabilitandInnen evaluiert. Die primäre Hypothese ist, dass die Intervention auf Patientenseite zu Formulierungen von Reha-Zielen führt, die stärker an Bedürfnissen und Lebenszielen des Patienten orientiert sind, und somit zu höherer Selbstwirksamkeitserwartung und Motiva¬tion zur Umsetzung der Rehabilitationsziele führen. Darüber vermittelt werden positive Effekte im Hinblick auf die Funktionsfähigkeit und Lebensqualität sowie auf verschiedene Aspekte der Patientenzufriedenheit erwartet.
Aktueller Stand
Im ersten Jahr der Projektlaufzeit wurde zunächst eine qualitative und quantitative IST-Analyse (Interviews und schriftliche Befragung) zur gegenwärtigen Praxis der Zielvereinbarungen unter Einbeziehung von RehabilitandInnen und BehandlerInnen der beteiligten Kooperationskliniken durchgeführt. Die Ergebnisse liefern Hinweise auf Optimierungsmöglichkeiten hinsichtlich Zielvereinbarungen, die u.a. als Input für die Interventionsentwicklung genutzt wurden. Die Baselineerhebung im Rahmen der Evaluation der Intervention wird im Juli 2009 abgeschlossen sein. Bis Sommer 2009 werden die Schulungen der MitarbeiterInnen (ÄrztInnen und andere BehandlerInnen) zur partizipativen Zielvereinbarung in den beteiligen Kliniken durchgeführt und im Anschluss daran erfolgt die Implementation der Intervention in den Kliniken sowie die Datenerhebung zur Evaluation.
- Dibbelt S, Schaidhammer-Placke M, Glattacker M, Dudeck A: Partizipative Zielvereinbarung in der Rehabilitation - Eine Intervention zur Optimierung der Kommunikation zwischen Arzt und Rehabilitand DRV-Schriften, 2009; 83: 58-59 (18. Rehabilitationswissenschaftliches Kolloquium, vom 10.03.2009 in Münster, Deutsche Rentenversicherung Bund), Deutsche Rentenversicherung Bund (Hrsg)
- Dudeck A, Glattacker M, Gustke M, Dibbelt S, Schaidhammer-Placke M, Greitemann B, Jäckel WH: Haben Patienten Reha-Ziele und wenn ja, welche? Ergebnisse einer Analyse von Freitextangaben DRV-Schriften, 2009; 83: 49-51 (18. Rehabilitationswissenschaftliches Kolloquium, vom 10.03.2009 in Münster), Deutsche Rentenversicherung Bund (Hrsg)
- Glattacker M, Dudeck A, Dibbelt S, Schaidhammer-Placke M, Greitemann B, Pollmann H, Jäckel WH: Entwicklung und Evaluation eines Trainingsmoduls zur partizipativen Vereinbarung von Zielen in der stationären medizinischen Rehabilitation (ParZivaR) 2008 (Auftaktveranstaltung des Förderschwerpunkts Versorgungsnahe Forschung - Chronische Krankheiten und Patientenorientierung, vom 3.4.08 in Erkner, BMBF/DRV/GKV)
- Glattacker M, Dudeck A, Dibbelt S, Schaidhammer-Placke M, Greitemann B, Pollmann H, Jäckel WH: Entwicklung und Evaluation eines Trainingsmoduls zur Partizipativen Vereinbarung von Zielen in der stationären medizinischen Rehabilitation Gesundheitswesen, 2008; 70: 441-442 (Jahresaustausch der Deutschen Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention vom 17.09.08 in Hannover, DGSMP), Thieme (Hrsg)
- Glattacker M, Dudeck A, Dibbelt S, Schaidhammer-Placke M, Greitemann B, Jäckel WH: Partizipative Vereinbarung von Rehabilitationszielen aus Patientensicht: Wunsch und Wirklichkeit DRV-Schriften, 2009; 83: 47-49 (18. Rehabilitationswissenschaftliches Kolloquium, vom 10.03.2009 in Münster, Deutsche Rentenversicherung Bund), Deutsche Rentenversicherung Bund (Hrsg)
- Dudeck A, Glattacker M, Dibbelt S, Schaidhammer-Placke M, Jäckel WH: Participative goal setting in medical rehabilitation: Importance of the team. 5th World Congress of the International Society of Physical and Rehabilitation Medicine (ISPRM) vom 13.-17. Juni 2009 in Istanbul.
Publikationen zum Projekt
- Glattacker M, Dudeck A, Gustke M, Dibbelt S, Schaidhammer-Placke M, Greitemann B, Pollmann H, Jäckel WH: Zielvereinbarungen in der Rehabilitation von PatientInnen mit Diabetes mellitus Praxis Klinische Verhaltensmedizin und Rehabilitation, 2008; 21 (82): 282-290Klinik Rosenberg,
Bad Driburg
(Dr. H. Fischer)
Kontaktdaten
Dr. Manuela Glattacker
Abt. Qualitätsmanagement und Sozialmedizin (Direktor: Prof. Dr. W. H. Jäckel)
Universitätsklinikum Freiburg
Breisacher Str. 62 / Haus 4
79106 Freiburg
Tel. +49 (0)761 270-3694
Fax +49 (0)761 270-7331
E-Mail manuela.glattacker@uniklinik-freiburg.de