Patientenorientierte Interventionen zur Lebensstilmodifikation bei KHK - Subjektive Konzepte zu Inhalten, Methoden und Setting nachhaltiger Sekundärprävention im Alltag (PoInts)
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Projektleiterin: |
Prof. Dr. Gesine Grande |
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Kontaktadresse: |
Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig Fakultät Angewandte Sozialwissenschaften Postfach 301166 04251 Leipzig |
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E-Mail: |
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Laufzeit: |
1.5.2008-30.4.2011 |
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Mitarbeiter: |
Matthias Romppel |
Hintergrund und Ziele
Die Umstellung des Lebensstils zur Sekundärprävention der KHK gelingt in der Praxis langfristig häufig nicht erfolgreich. Die fehlende Bedarfsgerechtigkeit bisheriger Interventionsansätze in Bezug auf subjektive Erwartungen, Konzepte und den subjektiven Bedarf wird als ein Faktor für diese geringe Nachhaltigkeit angesehen. Projektziel war die Erfassung subjektiver Konzepte zu bedarfsgerechten Interventionen zur Lebensstilmodifikation unter Alltagsbedingungen. Die Ergebnisse sollen in Vorschläge zu innovativen Interventionsansätzen münden, die dazu beitragen, die Bedarfsgerechtigkeit der Versorgung und damit die Nachhaltigkeit der Erfolge zu verbessern.
Methoden
In der ersten, qualitativen Studienphase wurden in Fokusgruppen mit PatientInnen und Angehörigen von PatientInnen Erfahrungen bei bisherigen Versuchen der Lebensstiländerung und subjektive Konzepte zu aus Sicht der Befragten hilfreichen Interventionen zur Lebensstilmodifikation untersucht. Die Fokusgruppensitzungen wurden aufgezeichnet, vollständig transkribiert und qualitativ inhaltsanalytisch ausgewertet.
Aus der qualitativen Auswertung ergab sich eine Liste von 65 Unterstützungsangeboten, die in der zweiten, quantitativen Studienphase in einer schriftlichen Befragung von PatientInnen hinsichtlich ihrer Eignung für eine nachhaltige Umsetzung von Verhaltensänderungen im Alltag beurteilt werden sollten. Die Items erfassten Aspekte der medizinischen Versorgung, eher ganzheitliche, umfassende Angebote sowie spezifische Angebote zu einzelnen Bereichen des Lebensstils. Ferner wurden Faktoren erhoben, die aus Sicht der Befragten die Umsetzung von Lebensstiländerungen fördern.
Die PatientInnen stammten aus drei verschiedenen Versorgungssettings (Akutversorgung nach einem kardialen Ereignis, kardiologische Rehabilitationsmaßnahme nach einem kardialen Ereignis und ambulante Hausarzt- bzw. Facharztversorgung mindestens ein halbes Jahr nach einem kardialen Ereignis).
Ergebnisse
In den durchgeführten Fokusgruppen wurden von den TeilnehmerInnen hemmende und unterstützende Faktoren für eine erfolgreiche Lebensstilmodifikation auf verschiedenen Ebenen (personale, situative, soziale, versorgungsbezogene und gesellschaftliche Faktoren) diskutiert. Auffällig waren fehlende Vorstellungen über innovative, noch nicht existierende Unterstützungsmöglichkeiten, fehlende Informationen über die Verfügbarkeit von konkreten Angeboten vor Ort und Vorurteile gegenüber der Inanspruchnahme psychologischer Hilfe. Die Möglichkeit zum Austausch (vor allem längerfristig) mit gleichermaßen Betroffenen wurde allgemein für hilfreich gehalten. Die Vorstellungen zu hilfreichen Angeboten orientierten sich vielfach an bereits bekannten Versorgungsmodellen, von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern wurden jedoch auch einige Vorschläge für innovative Interventionsangebote diskutiert.
In der Fragebogenuntersuchung wurden als bedeutsame fördernde Faktoren neben einer besseren medizinischen Versorgung die Unterstützung durch Partner und Familie sowie ein verbessertes seelisches Gleichgewicht beurteilt. Als besonders hilfreiche Angebote wurden regelmäßige medizinische Nachsorgeuntersuchungen, die Aufklärung und Information durch Ärzte oder Physiotherapeuten sowie Sportangebote, die wohnortnah, kostengünstig, abwechslungsreich sind, flexibel angeboten werden und ärztlich überwacht sind, eingeschätzt. Der Hausarzt als Ansprechpartner, der sich Zeit nimmt und Empfehlungen über Angebote ausspricht, wird als besonders hilfreich angesehen.
Aufgrund des im Projekt festgestellten Bedarfs wurde eine Übersicht über regionale Unterstützungsangebote für KHK-PatientInnen erstellt. Basierend auf den Projektergebnissen wurden zwei Interventionskonzepte entwickelt, von denen eins bereits umgesetzt und evaluiert wurde.
Weitere Informationen
http://www.rehaforschung.de/points/
< Nutzen eines supportiven, telefonbasierten Counselingsystems ... - Brenner | POEM - Farin >